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Kleiner Junge sitzt auf dem Schoß seiner Mutter gegenüber von einer Arzthelferin und freut sich
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Autoinflammatorische Erkrankungen: Die Therapie

Erst wenn die Diagnose feststeht, kann die jeweilige autoinflammatorische Erkrankung mit der passenden medikamentösen Therapie behandelt werden. Dies ist wichtig, um die Schwere und Anzahl der mit der Krankheit verbundenen Schübe zu reduzieren und einen möglichst normalen Alltag zu ermöglichen. Zudem können so mögliche Spätfolgen vermieden werden – etwa Schäden an den Gelenken oder eine Amyloidose: Hierbei werden Entzündungsproteine in Organen eingelagert. Dies kann beispielsweise zu einer Schädigung der Nieren führen.

Damit die Therapie optimal wirken kann, sollten die Medikamente immer in der vom Arzt verschriebenen Dosierung regelmäßig eingenommen werden. Falls Fragen zur Verträglichkeit oder Wirkung von Medikamenten auftauchen, sollten diese unbedingt erst mit dem Arzt besprochen und die Dosierung nicht einfach geändert werden.

Hier geben wir einen Überblick über die Wirkstoffe, die bei autoinflammatorischen Erkrankungen in der Therapie eingesetzt werden1,2,3:

  • NSAR (Nichtsteroidale Antirheumatika): Zu dieser Wirkstoffgruppe zählen Wirkstoffe wie Naproxen, Ibuprofen oder Diclofenac. Sie haben eine fiebersenkende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung und kommen daher bei vielen autoinflammatorischen Erkrankungen vor allem zur Linderung der Symptome im Schub zum Einsatz. Bei Erkrankungen wie CAPS oder TRAPS scheinen sie allerdings nur eine geringe Wirkung zu haben.

  • Glukokortikoide: Diese werden auch als „Kortison“ bezeichnet. Sie können sehr effektiv Entzündungsreaktionen auf verschiedenen Ebenen hemmen. Da sie bei länger andauernder Anwendung verschiedene Nebenwirkungen haben (etwa Osteoporose oder Wachstumsstörungen) sollten sie eher kurzfristig eingesetzt werden. Sie kommen vor allem bei TRAPS, AOSD, SJIA oder HIDS zum Einsatz. 

  • Methotrexat (MTX): Ist ein Wirkstoff, der vor allem zur Therapie rheumatischer Erkrankungen verordnet wird. Er kann aber auch bei AOSD und SJIA (Morbus Still) verwendet werden, um zu verhindern, dass langfristig Glukokortikoide eingesetzt werden.

  • Colchicin: Dieser Wirkstoff ist ein natürliches Alkaloid aus der Pflanze „Herbstzeitlose“, welches die Schwere und Anzahl der Schübe bei FMF (familiärem Mittelmeerfieber) deutlich reduzieren kann. Einige Betroffene sprechen jedoch auf den Wirkstoff nicht an oder vertragen ihn nicht gut.

  • IL1-Antagonisten: Diese Wirkstoffe werden auch IL1-Blocker genannt. Sie blockieren den Entzündungsbotenstoff Interleukin 1 (IL-1), der eine maßgebliche Rolle bei autoinflammatorischen Entzündungsreaktionen spielt. Sie können bei FMF zum Einsatz kommen, wenn die Colchicin-Therapie erfolglos ist, außerdem bei schweren Verläufen von CAPS, TRAPS, HIDS und bei AOSD und SJIA.

Quellen:

  1. Eugen Feist und Jörg Henes: Autoinflammatorische Erkrankungen Springer Medizin e.Medpedia: https://www.springermedizin.de/emedpedia/dgim-innere-medizin/autoinflammatorische-erkrankungen?epediaDoi=10.1007%2F978-3-642-54676-1_92 (abgerufen am 25.09.2020)
  2. Autoinflammation Reference Center Tübingen (arcT): Klinische und genetische Charakteristika der autoinflammatorischen (Fieber-) Syndrome. https://www.medizin.uni-tuebingen.de/files/view/LW4k21Nq8Kx00oKOoaR35nbp/Fiebertabelle.pdf (abgerufen 26.09.2020)
  3. S2k-Leitlinie „Therapie der Juvenilen Idiopathischen Arthritis“, 3. Auflage , 2019 : https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/027-020l_S2k_Juvenile_Idiopathische_Arthritis_2019-12_01.pdf (abgerufen am 28.09.2020)

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