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Fieber: Warum es entsteht und welche Rolle es bei autoinflammatorischen Erkrankungen spielt

Wiederkehrendes Fieber ist neben Ausschlag auf der Haut und Gelenkschmerzen eines der drei charakteristischen Symptome (Leitsymptome) bei autoinflammatorischen Erkrankungen. Doch warum entsteht Fieber überhaupt, ab welcher Körpertemperatur spricht man von Fieber? Und was ist das Besondere an dem wiederkehrenden Fieber, auch „periodisches Fieber“ genannt, bei Autoinflammations-Erkrankungen? Das erklären wir hier.

Fieberthermometer zeigt 39,2 Grad an
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Ab wann ist es Fieber?1,2

Unsere Körpertemperatur ist kein fester Wert – sie schwankt auch bei Gesunden je nach Tageszeit und kann beispielsweise auch bei großer Hitze oder durch körperliche Arbeit oder Sport kurzzeitig etwas ansteigen3.

36-37 °C: normale Temperatur beim Gesunden

37,5-38 °C: erhöhte (subfebrile) Temperatur

38-39 °C: mäßiges Fieber

39-41 °C: hohes Fieber

Über 41 °C: extrem hohes Fieber (Hyperpyrexie)

Fieber: Die richtige Messung

Die oben genannten Temperaturen beziehen sich auf die rektale Messung (im Po). Diese gibt die genaueste Auskunft über die Körperkerntemperatur.

Relativ genau ist die orale Messung (im Mund). Dafür wird das Thermometer unter der Zunge platziert, der Mund sollte um das Thermometer geschlossen sein. Ebenfalls wichtig: Einige Zeit vorher nichts Kaltes oder Heißes trinken!

Die Messung unter dem Arm (axillar) ist die ungenaueste Methode, die Ergebnisse liegen meist um durchschnittlich 0,5°C unter der realen Köpertemperatur4.

Für eine genaue Messung reicht ein einfaches digitales Fieberthermometer aus. Außerdem gibt es noch Infrarot-Thermometer, die die Temperatur innerhalb von Sekunden anzeigen: Ohrthermometer (wie sie häufig bei Säuglingen und Kleinkindern eingesetzt werden) liefern jedoch nur exakte Messergebnisse, wenn sie genau nach Anleitung des Herstellers verwendet werden. Die Messergebnisse von Stirn- oder Schläfenthermometern können leicht durch äußere Umstände (etwa Schweiß auf der Stirn) beeinflusst werden und sind daher etwas weniger verlässlich2,4.

Ebenfalls wichtig:

  • Immer an derselben Stelle messen, nur so kann erkannt werden, ob das Fieber wirklich steigt oder sinkt.

  • Das Thermometer sollte nach jeder Messung gründlich gereinigt werden.

Warum Fieber überhaupt entsteht

Wenn Krankheitserreger in den Körper eindringen und das Immunsystem sie bekämpft, setzt es Entzündungsbotenstoffe (Zytokine) frei, beispielsweise Interleukin-1. Diese signalisieren unserem Temperaturregler im Gehirn, dem Hypothalamus, die Körpertemperatur zu erhöhen: Fieber entsteht.

Dies ist für uns kein angenehmer Zustand, doch die erhöhte Körpertemperatur hilft dabei, die Krankheitserreger unschädlich zu machen: Bakterien und Viren können sich bei den höheren Temperaturen schlechter vermehren. Zudem laufen bei Fieber viele biochemische Vorgänge im Körper schneller ab, was zusätzlich Abwehrzellen aktiviert und das Immunsystem bei der Bekämpfung der Erreger unterstützt1,2.

Bei autoinflammatorischen Erkrankungen reagiert das Immunsystem und löst damit Fieber aus, ohne dass eine Infektion mit Krankheitserregern die Ursache dafür ist. Gleiches gilt beispielsweise für Tumorerkrankungen oder autoimmunen Erkrankungen wie Rheuma2.

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Periodisches Fieber, intermittierendes Fieber - welche Fieberformen es gibt

Je nach Erkrankung kann sich die Höhe des Fiebers, seine Schwankung oder Dauer unterscheiden. Deshalb stellen wir hier die verschiedenen Fieberformen vor2:

  • Kontinuierliches Fieber: Die Temperatur schwankt kaum (über den Tag verteilt weniger als 1°C Unterschied). Dies ist meist bei fiebrigen Erkältungen, Grippe oder Masern der Fall.
  • Remittierendes Fieber: Die Temperatur liegt immer über Normaltemperatur, schwankt aber stärker (dies kommt bei Harnwegsinfektionen oder Sinusitis vor).
  • Intermittierendes Fieber: Im Tagesverlauf wechseln hohe Temperaturen mit Normaltemperatur ab, die Temperaturunterschiede betragen mehr als 1,5 °C. Diese Fieberform kann beispielsweise bei einer Brustfellentzündung auftreten aber auch bei autoinflammatorischen Erkrankungen wie juvenilem Morbus Still (SJIA) und adultem Morbus Still (AOSD).
  • Periodisches Fieber: Dieses wird auch rezidivierendes oder wiederkehrendes Fieber genannt: Es treten Fieberschübe über mehrere Tage oder Wochen auf, dazwischen liegen fieberfreie Phasen. Diese Fieberform ist typisch für Malaria, Borreliose – und für autoinflammatorische Erkrankungen, zu denen auch die periodischen Fiebersyndrome gehören.
  • Fieber unklarer Ursache: Besteht länger als 3 Wochen mäßiges bis hohes Fieber, ohne dass zunächst dafür eine Ursache feststellbar ist, wird dies als „Fieber unklarer Ursache“ (Fever of Unknown Origin, FUO) bezeichnet1. Auch wiederkehrende Fieberschübe (wie bei autoinflammatorischen Erkrankungen) werden meist als FUO bezeichnet, bis die abschließende Diagnose gestellt wird4.

Quellen:

  1. Pschyrembel Online, “Fieber”:  https://www.pschyrembel.de/Fieber/K07SB (abgerufen am 30.09.2020)
  2. Stiftung Gesundheitswissen: „Fieber“: https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/wissen/fieber/hintergrund (abgerufen am 30.09.2020)
  3. DocCheck Flexikon: „Körpertemperatur“
  4.  https://flexikon.doccheck.com/de/K%C3%B6rpertemperatur (abgerufen am 30.09.2020)
  5. Gesundheitsinformation.de: „Fieber messen bei Kindern“ https://www.gesundheitsinformation.de/fieber-messen-bei-kindern.2346.de.html?part=diagnose-am (abgerufen am 30.09.2020)
  6. DocCheck Flexikon: „Autoinflammatorisches Syndrom“ https://flexikon.doccheck.com/de/Autoinflammatorisches_Syndrom (abgerufen am 30.09.2020)

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