Meine Freunde halten zu mir

Ich glaube, ich habe nicht so viele Freunde wie manche anderen Kinder. Aber dafür sind es richtig gute Freunde! Sie halten nämlich auch zu mir, wenn ich mich krank fühle. Ich kann dann ja oft nicht draußen spielen. Dann kommen sie mich manchmal besuchen.

Manchmal kommen meine Freunde zu Besuch

Früher war das noch nicht so. Da wussten meine Freunde nämlich noch nicht so gut über mich und meine Krankheit Bescheid. Sie dachten zuerst, ich will gar keinen Besuch. Wenn andere Kinder eine Grippe oder Windpocken oder so haben, darf man sie ja meist nicht besuchen, weil sie zu krank sind und weil man sich anstecken könnte. Einmal habe ich meine Freunde gefragt, ob wir nicht drinnen etwas spielen wollen, weil ich mich sehr schlapp fühlte. Da waren sie dann auch erstaunt. Einer hat sogar gefragt, ob meine Krankheit nicht ansteckend ist.

Da habe ich ihnen dann mehr über meine Krankheit erklärt. Also,

  • dass sie nicht ansteckend ist,
  • dass sie einfach so gekommen ist als ich ganz klein war und ich gar nichts dafür kann,
  • dass ich manchmal heftige Schübe habe und dann nicht in die Schule gehen kann,
  • dass es mir zwischen den Schüben zwar besser geht, ich mich aber trotzdem oft schlapp fühle; ich kann dann nicht alles mitmachen und bleibe besser zuhause,
  • dass meine Krankheit nur von einem spezialisierten Arzt festgestellt werden kann
  • und dass meine Krankheit nicht geheilt werden kann, aber die Behandlung gegen meine Beschwerden hilft.

Als ich von meinen Gelenkschmerzen erzählt habe, hat eine Freundin gesagt, dass ihre Oma Rheuma hat. Sie hat dann gleich gefragt, ob ich auch so eine „Alte-Leute-Krankheit" habe. Das fand ich ganz schön blöd. Aber ich hab ihr dann auch noch erklärt,

  • dass es auch viele Kinder-Krankheiten gibt, bei denen man Gelenkschmerzen bekommt. Es gibt sogar Kinder-Rheuma-Krankheiten. Die kommen nur seltener vor als das Erwachsenen-Rheuma, und deshalb kennt sie kaum jemand. Außer natürlich die Ärzte und die Kinder, die die Krankheiten haben. Und es ist ganz normal, dass diese Rheuma-Krankheiten in der Kindheit beginnen.

Mädchen und Jungen spielen ein Brettspiel.Mädchen und Jungen spielen ein Brettspiel.Na ja, nachdem ich das alles erklärt hatte, konnten sie wohl besser verstehen, was mit mir los ist. Und seitdem kommen einige Freunde mich manchmal besuchen, und wir spielen dann drinnen etwas. Wir bauen zum Beispiel etwas zusammen oder spielen Karten oder Brettspiele oder Computerspiele. Manchmal spielen wir auch Schule oder erfinden neue Maschinen und malen sie auf.

(Wenn ich mich mit meiner besten Freundin allein treffe, reden wir auch über die süßen Jungs in der Klasse. Das geht natürlich nicht, wenn die Jungs dabei sind ...)

Manchmal ist es auch schön, allein zu sein

Früher war ich oft traurig, wenn die anderen draußen spielten und ich allein zuhause war. Aber jetzt habe ich verstanden, dass sie ja nicht immer zu mir kommen können. Ich würde ja auch gerne öfter draußen spielen. Ich kann jetzt aber auch gut allein schöne Sachen machen, zum Beispiel lesen, malen, basteln, Hörbücher hören, Sachen bauen oder Computer spielen.

Manchmal spiele ich auch mit meinem Bruder. Der ist nämlich kleiner und darf noch nicht alleine raus. Damit helfe ich auch der Mama – die muss dann mal nicht auf ihn aufpassen und kann andere Sachen machen.

Sport ist cool

Kinder im SchwimmbadKinder im SchwimmbadIch mache auch echt gerne Sport. Wenn es mir richtig gut geht, kann ich sogar mit Freunden Fußball spielen oder skaten. Außerdem gefallen mir Schwimmen und Rad fahren. Das geht auch noch, wenn ich mich nur ein bisschen schlapp fühle.

Mein Arzt hat gesagt, Sport ist gut für mich, solange mir nichts wehtut. Ich soll mich aber immer gut aufwärmen und meine Knie nicht zu stark belasten. Wenn man Schmerzen in den Gelenken hat, sollte man mit dem Arzt sprechen, welche Sportarten trotzdem möglich sind. Es gibt ja so viele Sportarten – irgendwas geht bestimmt.

Meine Familie ist auch cool

Mit meinen Eltern und meinem Bruder mache ich auch viel. Am Wochenende gehen wir zum Beispiel manchmal ins Kino, oder wir backen zusammen einen Kuchen. Mein Papa kann uns auch ganz tolle Rätsel stellen.

Manchmal muss ich zuhause helfen, zum Beispiel beim Tisch decken oder Spülmaschine ausräumen. Das kann ganz schön nerven. Aber irgendwie finde ich es auch cool von meinen Eltern, dass sie mich wie ein normales Kind behandeln. Ich bin ja auch ein ganz normales Kind. Meine Krankheit ist nur ein kleiner Teil von mir.

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